Panther im Wolfspelz #2 – Montage
Auf den Scharfschützengewehren der Wehrmacht wurden im Prinzip fünf verschiedene Montagen verbaut: die kleine Turmmontage und die kleine Seitenmontage in den frühen Krigesjahren, die hohe Turmmontage und die lange Seitenmontage in den späten Kriegjahren sowie die seitliche Einhakmontage, zu sehen auch in dem Film “Enemy at the gates”. Auf den Scharfschützengewehren der SS wurde außerdem die Doppelklauenmontage oder “Schnäppermontage” montiert. Welche Montage jeweils auf ein Gewehr montiert wurde hing vom Hersteller der Büchse ab. Mauser Oberndorf verbaute Tummontagen, die Styrer Seitenmontagen. Auf mein bnz 43 würde also historisch korrekt eine lange Seitenmontage gehören.
Vor einigen Wochen fuhr ich nach Stollberg zu Büchsenmacher Michael Claus um den Bau meines Gewehres mit ihm zu besprechen. Nach seiner Ansicht ist die hohe Turmmontage die beste Lösung in Bezug auf Stabilität und Genauigkeit. Seitenmontagen erreichen trotz Nachbearbeitung der Prismen nicht die Wiederholgenauigkeit der Turmmontage. Wir einigten uns daher abweichend vom Original auf eine hohe Turmmontage, denn eines ist klar: die Büchse wird als Sportgewehr gebaut. Sie soll dem historischen Original auch so weit als möglich ähneln, aber sie kann und wird niemals ein originales Scharfschützengewehr sein.
Originale Turmmontagen sind praktisch nicht mehr zu bekommen. Sie wurden damals sowohl mit dem Gewehr als auch mit dem Zielfernrohr verlötet. Zum einen wäre das Auslöten und neu brünieren durch einen Büchsenmacher eine kostspielige Angelegenheit, das Zielfernrohr muss dafür komplett zerlegt werden. Zum anderen würde niemand eine Montage von einem original Scharfschützengewhr entfernen, aldeln doch diese beiden keinen Montagefüßchen jedes noch so verschlissene Gewehr zu einem teuren Sammlerstück.
Repro-Montagen gibt es von verschiedenen Herstellern in unterschiedlichen Qualitäten. Positives Feedback bekam ich in verschiedenen US-Foren zu den Montagen des US-Herstellers Accumounts in Michigan. Accoumounts bietet die Montage traditionell als Vollring zum Einlöten zerlegbarerer Zielfernrohre an, wie sie von der Wehrmacht verwendet wurden, sowie mit teilbaren Ringen zur Montage neuerer Zielfernrohre mit durchgehendem Tubus. Der Ringdurchmesser der Montage beträgt entsprechend damailgem Standard für Zielfernrohre 26,7 mm, als Zubehör liegen Halbringe zur Montage von Zielfernrohren mit zölligem Mittelrohr (25,4 mm) bei.
Die Montage ist mittlerweile aus den USA bei mir eingetroffen. Der Kaufpreis betrug $399 zuzüglich $35 Versand sowie 64,61 € Einfuhrmehrwertsteuer und Zoll. Die Lieferzeit betrug 11 Tage. Die Paßgenauigkeit des vorderen Tubus und des hinteren Prismas ist sehr gut, die Montage weist jedoch deutliche Bearbeitungsspuren auf. Diese Bearbeitungsspuren sind nicht so deutlich ausgeprägt wie bei den originalen Montagen aus Kriegsproduktion, jedoch wirkt die Montage gegenüber modernen Qualitästmontagen wie beispielsweise Ernst Apel etwas rau. Weil das Gewehr bereits vor Jahren überarbeitet wurde habe ich mit dem Büchsenmacher vereinbart, die Montage zu polieren und nach dem Auflöten zusammen mit Lauf und Systemhülse neu zu brünieren. Von einer originalen Turmmontage wird sie sich dann durch die teilbaren Ringe sowie das feinere Oberflächenfinish unterscheiden.
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January 2nd, 2010 at 11:16
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