FN 150 mit Ritter-Optik
Die belgische Browning Herstal FN 150 ist eine der besten Kleinkaliberpistolen, die jemals gebaut wurden. Für die DSB Präzisionsdisziplinen gibt es mittlerweile neuere Modelle am Markt mit mehr Einstellmöglichkeiten, Kornen, Gewichten und Zubehör. Daher ist die etwas in die Jahre gekommene FN 150 heute zu Schnäppchenpreisen um die 100~150,-€, teilweise sogar noch weit darunter zu haben. Als Einsteigerwaffe für das Präzisionsschießen und für dynamische Disziplinen ist die FN 150 immer noch eine Top-Empfehlung.
Um auf der FN 150 eine eine Weaverschiene zu montieren, lässt man sich beim Büchsenmacher zwei M5 Gewinde in die Visierschiene schneiden. Ich habe ein Weaverprofil mit Durchblick gewählt, damit lässt sich auch die offene Visierung verwenden, ohne die Schiene abnehmen zu müssen.
Bei EHUNTING habe ich ein preisgünstiges 2×42 Red Dot erworben, welches unter dem Markennamen Ritter-Optik angeboten wird. Der Preis via Egun betrug 39,-€, die Lieferung der Ware erfolgte in zwei Werktagen.
Das Gehäuse besteht aus schwarz mattiertem Aluminium, die Qualitätsanmutung von Gehäuse und Optik ist gut. Zur Befestigung an der Waffe liegt ein Klemmprisma bei, das sowohl auf 11 mm als auch auf Weaver- und Picatinirail passt. Die MOntage ist wiederholgenau und stabil. Als Gimmick hat dieses Point drei Weaverprofile am Gehäuse. Man kann daran weitere Anbauteile wie Taschenlampen oder Laserpointer anbringen. Leider sind Zielbeleuchtugen in Deutschland verboten, so dass man das Visier mit Lampe allenfalls an eine Kehrschaufel montieren darf, aber nicht an eine erlaubnispflichtige Waffe.
Die 2×42 Optik ist im Prinzip eine 1×30 Optik mit einer 2fach Vorsatzlinse. Ohne Vorsatzlinse entspricht es einem ganz normalen Red Dot. Der Rotpunkt zeichnet sich sauber ab, mir gefällt der feine Point mit 4 MOA gegeüber den in dieser Preisklasse üblichen etwas gröberen Points mit 5 MOA. Es gibt auch einen grünen Point, der hat aber für sportliche Zwecke keine Bedeutung.
Schraubt man die Vorsatzlinse davor, verändert sich die Trefferpunktlage und zwar nicht nur ein bischen sondern so weit, dass die Schüsse außerhalb der Scheibe liegen. Die Abweichung ist zwar noch korrigierbar, aber der Point liegt dann nicht mehr in der Mitte sondern am Rand. Hier offenbahren sich dann auch die Schwächen preisgünstiger Optiken. Während die Abbildung in der optischen Achse noch einigermaßen scharf sind, hat man im Randbereich deutliche Unschärfe und Verzerrungen. Herr Ritter hat mir zwar das Gerät anstandslos umgetauscht, aber auch die nachgelieferte Optik wies eine erhebliche Abweichung bei Benutzung der Vorsatzlinse auf.
Hierbei sei aber erwähnt, dass Vergrößerung und Randunschärfe immer abhängig vom Augenabstand sind. Ich habe die Visierung auf einer Kurzwaffe getestet, auf einer Langwaffe mit kürzerem Augenabstand ist die Vorsatzlinse durchaus zu gebrauchen. Wünscht man explizit die Vergrößerung auf einer Kurzwaffe, dann ist diese Visierung aus meiner Sicht nicht zu empfehlen. Kann man jedoch auf die Vorsatzlinse verzichten, so erhält man ein tadelloses Rotpunktvisier zum Schnäppchenpreis. Zusammen mit einer FN 150 für 100,-€ und einer Weaverschine für 10,-€ hat man zu für 150,-€ eine schöne Sportwaffe mit der man an dynamischen Disziplinen wie Fallscheibenschießen konkurrenzfähig teilnehmen kann.

January 3rd, 2010 at 18:10
Hallo Nightingale
Schön gemacht die FN 150 und auch der Bericht. Habe auch eine 150er und wollte sie umbauen auf Optik. Habe dann aber die Idee verworfen weil ich keine Schiene gefunden habe, bei der ich auch noch die Visierung nutzen kann. Nun es scheint doch zu gehen.
Also in welchem Bereich sind deine Löcher? Kannst du mir ein genaues Bild mailen?
Ich brauche noch ein Laufgewicht. Hast du da eine Idee?
Gruss Heinz